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Wer kennt das nicht: Man schläft schlecht ein und auch nicht durch – und am nächsten Tag fühlt man sich „wie gerädert“. Schätzungsweise leiden rund vier Millionen Deutsche unter verschiedenen Schlafstörungen. Und dass, obwohl ein ausgeglichener Schlaf so wichtig für die Gesundheit und unser Wohlbefinden ist! Als eine der häufigsten Ursachen gilt die Missachtung des natürlichen Biorhythmus. Es gibt eine Reihe von Möglichkeiten, selbst etwas für den gesunden Schlaf zu unternehmen. Lassen die Probleme jedoch nicht nach, ist ein Besuch bei einem Schlafexperten ratsam: Die richtige Diagnose hilft, eine passende Therapie zu finden und Erschöpfungszustände oder daraus folgende Krankheiten zu verhindern.
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Ohne Schlaf kann kein Mensch leben; er ist für den Organismus lebenswichtig. Der Schlaf hilft das Gedächtnis zu stärken, neue Hormone werden produziert, die Haut regeneriert und das Immunsystem erholt sich. Der Körper bereitet sich auf den nächsten Tag vor, die Akkus werden wieder aufgeladen.
Wie lange Sie schlafen müssen, um „gut zu schlafen“, hängt ganz allein von Ihrem persönlichen Schlafbedarf ab, der in der Regel mit zunehmendem Lebensalter abnimmt. So können 6 Stunden genauso normal sein wie 8 Stunden oder mehr. Wichtig ist unabhängig von der Dauer, dass der natürliche Wechsel zwischen Tiefschlaf und Traumphasen ungestört ablaufen kann.
Denn während der Tiefschlafphasen erholt sich vor allem der Körper und sammelt neue Kräfte. In den Traumphasen verarbeitet unser Gehirn die Erlebnisse des Tages. Stress wird abgebaut und das innere Gleichgewicht wird wieder hergestellt. Nur wer beide Phasen ungestört und in ausreichender Länge durchläuft, schläft wirklich gesund und wird am Morgen frisch und erholt aufwachen.
Sehr häufig liegt die Ursache für schlechten Schlaf darin, dass wir unseren persönlichen „Schlaftyp“ nicht beachten und unseren Tagesablauf nicht an unserem natürlichen Wach-Schlaf-Rhythmus des Körpers ausrichten. Der Schlaftyp, im Fachbegriff Chronotyp, ist genetisch veranlagt und durch die innere biologische Uhr gesteuert. Die Wissenschaft unterscheidet zwei Schlaftypen, die in Anlehnung an die Tierwelt als Lerchen und Eulen bezeichnet werden:
![]() | 1. Lerchen: Menschen, die am Morgen besonders fidel, abends aber früher müde sind. Klassische Frühaufsteher. |
![]() | 2. Eulen: Diese entfalten ihre Leistung erst so richtig am Abend, sind aber im Gegensatz zu den Lerchen morgens schlapp und wortkarg, so dass sie gerne auch als Langschläfer und Morgenmuffel gelten. |
Erkennbar wird diese Veranlagung allerdings erst ab Mitte Zwanzig. Denn während Kleinkinder zu den Lerchen gehören, sind junge Menschen zwischen 15 und 25 Jahren eher Eulen.
So sollte jeder für sich individuell herausfinden, ob nun mehr Lerche oder Eule in ihm steckt und im Idealfall seinen Tag danach planen. Denn Schlafstörungen können entstehen, wenn der natürliche Rhythmus des Körpers immer wieder durcheinander gebracht wird – zum Beispiel, indem ausgesprochene Lerchen-Typen ihre Tätigkeiten in den späten Abend verlegen, weil tagsüber dafür keine Zeit bleibt. Stattdessen wird die „richtige“ Zeit zum Aufstehen und ins Bett gehen vielfach durch gesellschaftliche Gepflogenheiten und unseren Wecker bestimmt.
Neben der Missachtung des individuellen Biorhythmus gibt es weitere Ursachen:
Ständig müde und dadurch leicht reizbar oder unkonzentriert – dazu muss es nicht kommen. Wenn Sie Ihre persönlichen körperlichen Bedürfnisse sowie einige einfache Regeln beachten und Ihre nächtliche Umgebung möglichst „schlafgerecht“ einrichten, sorgen Sie dafür, dass der Körper leichter in die Entspannungsphase kommt. So können Sie besser einschlafen und beugen auch nächtlichem Aufwachen vor.
Schlafstörungen können ganz verschiedene Formen annehmen. Im Groben lassen Sie sich einteilen in:
Wer sich zur Diagnose in professionelle Hände begibt, muss häufig zunächst einen Fragebogen ausfüllen. Denn mit gezielten Fragen können Ärzte die Art und den Schweregrad einer Schlafstörung herausfinden. Das Führen eines Schlafprotokolls bzw. Schlaftagebuches stellt eine der bedeutendsten Maßnahmen dar; aus ihnen ergeben sich häufig wichtige Hinweise für die Therapie. Ausführliche Analysen auch über Nacht werden bei einem Aufenthalt in einem Schlaflabor durchgeführt: dabei werden über Elektroden beispielsweise die Atmung, Bewegung oder das Elektrokardiogramm (EKG) gemessen. Üblicherweise werden zwei Nächte in einem Schlaflabor verbracht, um eine genaue Diagnose zu ermöglichen.
Wer ab und zu nachts wach liegt, kann selbst einiges dafür tun, um wieder erholsam ein- und durchzuschlafen. Darüber hinaus können Apotheker, Ärzte und Therapeuten Unterstützung über verschiedene Ansätze bieten:
Bekommt der Körper über einen längeren Zeitraum zu wenig Schlaf, kann das gefährliche Folgen haben: Man konzentriert sich nicht mehr richtig, und verursacht dadurch möglicherweise Unfälle im Straßenverkehr oder bei der Arbeit. Darüber hinaus besteht ein großes Risiko für Bluthochdruck, Herzkrankheiten oder Magen-Darm-Beschwerden. Andauernde Schlaflosigkeit kann auch Depressionen auslösen.
Die Schlafapnoe kann unbehandelt durch den nächtlichen Sauerstoffmangel zu einer Rechtsherzvergrößerung führen und damit eine Rechtsherzschwäche zur Folge haben. Zudem steigt das Unfallrisiko (infolge des Sekundenschlafs) und die Betroffenen haben ein erhöhtes Herzinfarkt- und Schlaganfallrisiko.
Oft verschwinden Schlafstörungen nach einer kurzen Zeit wieder – zum Beispiel, weil wir ein Erlebnis verarbeitet haben, das die Probleme auslöste. Wenn Sie jedoch
so ist das ein Alarmzeichen: Ein Arzt sollte die Gründe untersuchen und mit Ihnen eine mögliche Behandlung besprechen.
Einen Schlafspezialisten, den so genannten Somnologen, bzw. ein Schlaflabor sollten Sie immer dann zu Rate ziehen, wenn einer der folgenden Punkte zutrifft:
Weitere Informationen:
www.charite.de/dgsm/dgsm
www.schlafgestoert.de
www.schlafapnoe-online.de