Venenleiden – eine häufig unterschätzte Volkskrankheit

Leiden Sie unter Spannungsgefühl und geschwollenen Beinen am Abend? Oder haben Sie gelegentlich Wadenkrämpfe, vor allem nachts? Treten Besenreiservenen oder Krampfadern deutlich hervor? Diese Symptome sind Hinweise auf verschiedene Formen von Venenleiden und nicht zu unterschätzen. Jede fünfte Frau und jeder sechste Mann in Deutschland leidet an einer bereits fortgeschrittenen Erkrankung. Vererbung ist eine der Ursachen, aber es gibt noch mehr Risikofaktoren. Je nach Diagnose werden verschiedene Ansätze der Therapie verfolgt. Wertvolle Tipps zeigen Ihnen, was Sie selbst für die Gesundheit Ihrer Venen tun können.

Grundlagen: Welche Funktion haben eigentlich unsere Venen?

Im Gegensatz zu den Arterien, die unseren Körper mit frischem Blut versorgen, haben die Venen die Funktion, das sauerstoffarme Blut wieder zum Herzen zurückzuführen.
Der venöse Blutrückfluss aus den Beinen findet in zwei getrennten Systemen statt:

Im tiefen Venensystem sammelt sich das Blut aus Muskeln und Knochen.
Im oberflächlichen Venensystem sammelt sich das Blut aus Haut und Unterhautgewebe.

Dazwischen liegende Venenklappen sorgen für die Blutverteilung und die Strömungsrichtung vom oberflächlichen in das tiefe Venensystem.
Venenleiden in verschiedenen Formen entstehen dann, wenn die Venenwände oder die Venenklappen geschwächt oder entzündet sind und sie dadurch das Blut nicht mehr ordentlich zum Herzen zurücktransportieren können.
 


Ursachen: Warum entstehen Venenleiden?

Die Hauptursache für Venenprobleme liegt in einer Bindegewebsschwäche. Sind nämlich die Venenwände nicht ausreichend elastisch, dehnen sich die Gefäße während des Pumpvorgangs zwar aus, kehren dann aber nicht vollständig in ihre Ausgangslage zurück. Die Venen werden dadurch überdehnt und leiern mit der Zeit förmlich aus. Als Folge davon schließen die Klappen nicht mehr optimal und das „alte“ Blut wird nicht gut zum Herz zurücktransportiert.
Über 90% der Venenleiden betreffen die Beinvenen. Dies ist nicht verwunderlich, da die Beinvenen das Blut entgegen der Schwerkraft um etwa 1,5 Meter zum Herzen hinauf transportieren müssen und daher besonders gefordert sind.

Folgende Faktoren können eine Erkrankung der Venen begünstigen:

Erbliche Veranlagung: Wenn ein Elternteil betroffen ist, verdoppelt sich das Risiko, selbst an einem Venenleiden zu erkranken. Vererbt werden einerseits die Bindegewebsschwäche und andererseits die Schwäche der Venenwände, was dann in Folge ein schnelleres Versagen der Venenklappen begünstigt.
Alter: Venenleiden nehmen im Alter zu, da die Elastizität des Gewebes grundsätzlich nachlässt.
Bewegungsmangel: Regelmäßig langes Stehen und Sitzen – v.a. mit angewinkelten Beinen – behindert den Blutfluss und überlastet die Venenklappen.
Übergewicht: Jedes Pfund zu viel auf den Hüften erschwert automatisch die Arbeit für das Venen-Pumpsystem.
Verstopfung: Die bei uns übliche Kost, in der wenig Ballaststoffe enthalten sind, führt – meist im Zusammenspiel mit Bewegungsmangel – bei vielen Menschen zu Verstopfung. Der mit verhärteten Stuhlmassen gefüllte Darm kann dann auf die großen Venen des Bauchraumes drücken und den Blutrückfluss behindern.
Hormone: In der Schwangerschaft bildet der Körper weibliche Hormone, die Östrogene. Sie lockern das Bindegewebe, um den Körper auf die Geburt vorzubereiten. Automatisch sind die Venen hiervon ebenso betroffen. Auf Ähnliche Weise beeinträchtigen auch die Anti-Baby-Pille oder Hormone für die Wechseljahre die Venenfunktion.
 
 


Tipps: Was Sie selbst tun können!


Ob zur Vorbeugung oder zur Linderung von Beschwerden, wenn Sie bereits von einem Venenleiden betroffen sind – Sie können selbst eine Menge für die Gesundheit Ihrer Venen tun:

Gezielte Venengymnastik: Mit gezielter Gymnastik kann die Venentätigkeit effektiv gestärkt werden. Übungen, bei denen abwechselnd die Fußspitzen und Fersen zum Körper gezogen werden oder auch die Fußgelenke nach außen und innen gerollt werden, eignen sich besonders. Wer viel Zeit im Sitzen verbringt, bekommt mit dem so genannten Wip-Venentrainer eine einfache Hilfe, um ohne großen Aufwand nebenher seine Venen zu trainieren.

Hochlagern der Beine: Eine erste einfache Maßnahme ist es, so oft wie nur möglich die Beine hoch zu lagern. Das nimmt den Druck aus den Gefäßen.
Sehr wohltuend ist ein spezielles Venenkissen, welches sich für Bett und Sofa eignet; es fördert den Blutrückfluss und entlastet gleichzeitig Sprung- und Kniegelenke. Das praktische Pendant für Sessel und Stühle ist die so genannte Beinschaukel; damit können Sie jede Sitzgelegenheit „verlängern“ und Ihre Beine hoch legen.

Bewegung: Bewegungsmangel gehört zu den Risikofaktoren für Venenprobleme. Als Faustregel gilt: möglichst wenig stehen und sitzen, mehr laufen und liegen. Es empfiehlt sich, regelmäßig leichten Sport zu betreiben, der die Ausdauer fördert. Wegen ihres regelmäßigen Bewegungsablaufes sind folgende Sportarten besonders beliebt und geeignet: Nordic Walking, Wandern, Schwimmen und Radfahren.

Tipp: Fußgymnastik „für zwischendurch“ lässt sich auch wunderbar in den Alltag integrieren. Wechseln Sie im Stehen immer wieder zwischen Zehen- und Fersenstand. So können Sie typische Wartezeit-Situationen, zum Beispiel an der Supermarkt-Kasse, oder längere Telefonate nutzen, um nebenher Ihre Venen zu stärken.

Anregendes Schuhwerk: Es gibt verschiedene Schuhe, die eine Stärkung der Fußmuskulatur fördern können. Hierzu gehören v.a. Schuhe mit einer so genannten Rollsohle. Die gebogene Sohle optimiert automatisch Ihr Abrollverhalten beim Gehen, trainiert die Muskeln an Beinen und Rücken und fördert gleichzeitig eine aufrechte Haltung.

Tragen von Stützstrümpfen: Nicht nur Betroffenen wird das Tragen von Stützstrümpfen empfohlen. Auch Venengesunde, die viel stehen und sitzen müssen, sind gut beraten, Ihre Venen durch Strümpfe mit anatomisch korrektem Druckverlauf (von unten nach oben abnehmend) zu stützen. Heute ist das Angebot für Damen und Herren sehr vielfältig und umfasst neben klassischen Kniestrümpfen auch Feinstrümpfe, Strumpfhosen und besonders sommertaugliche Klima-Varianten mit Piqué-Poren.

Reduktion von Übergewicht: Da Übergewicht als Risikofaktor für Venenprobleme gilt, ist es eine wichtige Maßnahme gegen Krampfadern, dieses abzubauen. Achten Sie auf gesunde kochsalzarme Ernährung mit viel frischem Obst und Gemüse.

Vermeidung von Verstopfung: Wirken Sie durch ausreichende Flüssigkeitszufuhr und eine ballaststoffreiche Kost chronischer Verstopfung entgegen. Damit kann vermieden werden, dass zu starkes Pressen beim Stuhlgang notwendig ist, was den Druck auf das Venensystem erhöht.

Kühle Beingüsse: Mit kalten Beingüssen stärken Sie das Bindegewebe und die Venenwände. Wärme dagegen ist ungünstig, da sich dadurch die Gefäße erweitern. Am einfachsten ist es, nach der Dusche die Beine kurz noch mit kaltem Wasser abzuspülen. Wer mehr machen möchte, kann sich mit Wechselbädern und Anwendungen nach Kneipp etwas Gutes tun.

Salben und Gels: Die Wirkstoffe Heparin und Rosskastanie sind dafür bekannt, eine abschwellende Wirkung zu besitzen und Beschwerden müder Beine zu lindern. Es gibt zahlreiche Salben und Gels, die sehr einfach anzuwenden sind und bei müden, schweren Beinen spürbare Erleichterung bringen können.
 

Krankheitsbilder: Welche Varianten an Venenleiden sind zu unterscheiden?

Zu den häufigsten Venenleiden zählen Krampfadern, Venenentzündungen und tiefe Venenthrombosen sowie als Folgeerkrankung die chronische Venenschwäche, die auch als chronisch venöse Insuffizienz bezeichnet wird.

Krampfadern (Varizen): Bedingt durch eine Schwäche der Venenwand können die Venenklappen nicht mehr richtig schließen. Die Folge ist eine Erweiterung der oberflächlichen Venen, die knotig und bläulich verfärbt deutlich sichtbar sind.

Venenentzündungen: Eine Entzündung oberflächlicher Venen wird als Thrombophlebitis bezeichnet. Häufig ist es eine Krampfader, die sich durch eine kleine Schädigung der Venenwand entzündet. Sie zeigt sich als schmerzender, roter und verhärteter Strang.

Tiefe Beinvenenthrombose: Bei einer tiefen Beinvenenthrombose bilden sich Blutgerinnsel in Venen des tiefen Venensystems. Besonders häufig kommt dies bei Bettlägerigkeit, nach Operationen und langem Sitzen vor. Problematisch ist auch, wenn die Gerinnbarkeit des Blutes erhöht ist, zum Beispiel durch die Einnahme von Medikamenten. Wenn sich ein Blutgerinnsel aus der Vene löst und mit dem Blutstrom in die Lunge gelangt, kommt es als Folgeerkrankung zur lebensgefährlichen Embolie.

Nach einer tiefen Beinvenenthrombose oder bei dauerhaftem Krampfaderleiden kann eine chronische Funktionsschwäche der Venenklappen als Folgeerkrankung entstehen.
 


Symptome: Welche Krankheitsbilder kann man wie erkennen?

Um frühzeitig aktiv zu werden und Prophylaxe betreiben zu können ist es wichtig, die Symptome zu kennen, an denen man die verschiedenen Venenleiden erkennen kann:

Bindegewebsschwäche: Die so genannten Besenreiser sind kleine bläuliche Venenverästelungen, die häufig als ästhetisch störend empfunden werden, aber darüber hinaus keine Beschwerden bereiten. Sie können als Hinweis auf eine Bindegewebsschwäche gedeutet werden.

Krampfadern: Erste Anzeichen für ein Krampfaderleiden sind Spannungs- und Druckgefühle vor allem abends, sowie Schwellungen an den Knöcheln, die über Nacht wieder vergehen. Nächtliche Wadenkrämpfe kommen häufig hinzu. Am Bein treten allmählich die erweiterten oberflächlichen Venen als bläuliche, knotige Gefäßschlängelungen deutlich hervor.

Entzündung einer oberflächlichen Vene: Eine Thrombophlebitis macht sich als schmerzhafter, roter und verhärteter Strang bemerkbar, die Haut um den entzündeten Bereich ist ebenfalls gerötet und geschwollen.

Tiefe Beinvenenthrombose: Diese Form kündigt sich häufig durch ein Schweregefühl und dumpfe, ziehende Schmerzen im ganzen Bein an. Es treten Schwellungen am Unterschenkel und oft auch am ganzen Bein auf, die Haut fühlt sich warm an und ist rot-blau verfärbt. Schmerzen in der Wade bei Druck oder wenn das Bein gebeugt wird, kommen hinzu; häufig besteht Fieber.

Chronische Venenschwäche: Im chronischen Stadium zeigt sich die anhaltende Stauung zunächst an bleibenden Schwellungen der Knöchel und Unterschenkel. Es folgen dunkel-bläuliche Hautveränderungen an der Außenseite des Fußes, am Außen- und Innenknöchel und schließlich am Unterschenkel; die Haut ist schuppig und juckt. Dauert der Zustand lange an, können sich Geschwüre bilden, umgangssprachlich werden diese Wunden auch als „offenes Bein“ bezeichnet.
 


Diagnose: Welche Untersuchungen sind erforderlich?

Zur Bestandsaufnahme fragt der Arzt zunächst nach den Beschwerden und dem bisherigen Verlauf der Erkrankung, soweit sie dem Patienten bewusst ist. Eine gründliche körperliche Untersuchung schließt sich an. Je nach Befund wird für eine weitere Untersuchung häufig ein Spezialist für Venenerkrankungen, der so genannte Phlebologe, hinzugezogen.
Mit apparativen Untersuchungsmethoden wie der Ultraschall-Dopplersonographie und der Farbduplexsonographie werden die Blutströmung in den Venen sowie mögliche Blutgerinnsel erfasst. Ein genaues Bild über das Venensystem liefert eine Phlebographie, bei der ein Röntgenbild nach Injektion von Kontrastmitteln in die Fußvene angefertigt wird. Eine ganze Reihe von weiteren Untersuchungen kann, falls notwendig, den Befund vervollständigen, damit die richtigen therapeutischen Maßnahmen eingeleitet werden.
 


Therapien: Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Die Basis der konservativen Behandlung von Venenleiden ist die Kompressionsbehandlung, die anfangs meist mit Kompressionsverbänden, dann mit nach Maß angefertigten Kompressionstrümpfen durchgeführt wird.

Darüber hinaus richtet sich die Behandlung nach Art und Stadium des Venenleidens:

Krampfadern: Falls Sie unter Krampfadern leiden, wird der Phlebologe entscheiden, welche Behandlung für Sie am besten geeignet ist:

- Bei oberflächlichen, stark ausgedehnten, kleineren Varizen kommt meist konservative Therapie mit Verödungsmitteln, Laserverfahren oder Radiowellentherapie zum Zuge.
- Die größeren Krampfadern der Stammvenen werden in der Regel operativ durch das sogenannte „Venenstripping“ behandelt, wobei zuvor geklärt wird, ob das tiefe Venensystem für den Rücktransport des Blutes ausreicht.

Entzündung einer oberflächlichen Vene: Hierbei kann man in der Regel mit kühlen Wickeln und speziellen Venen-Salben schnelle Erfolge erzielen.

Tiefe Beinvenenthrombose: Dies ist die einzige Venenerkrankung, bei der strenge Bettruhe eingehalten werden muss. In manchen Fällen ist es möglich das Blutgerinnsel aufzulösen oder operativ zu entfernen. Das vordringlichste Ziel ist immer, eine Embolie zu vermeiden. Dazu wird mit dem gerinnungshemmenden Wirkstoff Heparin behandelt und eventuell eine längerfristige Gerinnungshemmung mit einem Cumarinpräparat eingeleitet.

Chronische Venenschwäche: Im chronischen Stadium steht die Kompressionsbehandlung im Vordergrund. Ergänzend helfen kalte Güsse, Bewegungstherapie und Lymphdrainage. Die Behandlung eines Geschwürs ist oftmals ein langwieriger Prozess, aber auch hierbei ist die Kompression äußerst wichtig.
 


Folgeerkrankungen: Welche Gefahren bestehen bei chronischem Verlauf?

Nehmen die Venenerkrankungen einen chronischen Status an, kann es infolge permanenter Blutstauung und eingeschränkten Blutaustausches zu andauernden Schwellungszuständen sowie Versorgungsstörungen des umliegenden Gewebes kommen. Anzeichen für derartige Ernährungsstörungen sind dunkle Pigmentierungen der Haut; sie deuten auf das Absterben oberflächlicher Zellen hin. Im weiteren Verlauf können sich auch venöse, schlecht heilende Geschwüre bilden, die auch als so genanntes „offenes Bein“ bekannt sind.

Weitere Informationen:
www.dgvenen.de
Deutsche Gesellschaft Venen e.V.

www.venenliga.de
Deutsche Venenliga e.V.


  • Kauf auf Rechnung
    • Die Rechnung liegt der Lieferung bei
    • Sicher zahlen per Bank-Überweisung
    • 30 Tage Zahlungsziel nach Erhalt der Ware
    • Bequem zahlen mit Online-Banking
  • 5 Jahre Garantie 3 Jahre Garantie
    • 3 Jahre Langzeit-Garantie auf das gesamte Angebot von Avena
    • Einfach Ware mit Rechnung an Avena zurückschicken
    • Kostenlose Nachbesserung, Umtausch oder Ersatz
    • Die Garantie besteht neben der gesetzlichen Gewährleistung
  • Kostenlose Retoure
    • Kostenlose Rücksendung nur über Deutsche Post/Hermes (das gilt ausschließlich für Rücksendungen aus Deutschland. Bei Rücksendungen aus anderen Ländern müssen die Kosten der Rücksendung selbst übernommen werden)
    • Bitte im Original-Versandkarton mit Rücksende-Adressaufkleber
    • Am besten die Ware mit der Rechnung an Avena zurück schicken
    • Volles Rückgaberecht (Kauf auf Probe) innerhalb 14 Tagen nach Erhalt der Ware
    Nach oben
    .